Am 30. August 2026 treffen auf der alten Hauensteinlinie gleich zwei Jubiläen aufeinander: Das legendäre SBB-«Krokodil» Ce 6/8 III 14305 wird 100 Jahre alt – und die Gemeinde Läufelfingen feiert ihr 800-jähriges Bestehen. SBB Historic verbindet die beiden Geburtstage mit einer besonderen Fahrt von Olten über Läufelfingen nach Sissach und zurück.

Das «Krokodil» gehört zu den bekanntesten historischen Lokomotiven der Schweiz. Mit seiner unverwechselbaren Silhouette, den langen Vorbauten und dem charakteristischen Stangenantrieb ist es bis heute ein eindrücklicher Zeuge der Schweizer Eisenbahngeschichte. 2026 feiert die Ce 6/8 III 14305 ihren 100. Geburtstag. Am 30. August verlässt die historische Lokomotive ihr Heimatdepot Olten für eine Reise über die alte Hauensteinlinie via Läufelfingen nach Sissach.
Die Fahrt führt über eine Strecke, die selbst ein bedeutendes Stück Schweizer Eisenbahngeschichte ist. 1858 wurde die Hauensteinlinie mit ihrem Scheiteltunnel eröffnet und schuf eine wichtige Eisenbahnverbindung zwischen Basel und dem Schweizer Mittelland. Heute schlängelt sich die historische Strecke durch die Juralandschaft über Läufelfingen nach Olten. An diesem Sonntag ist Läufelfingen aber nicht nur Zwischenhalt des historischen Erlebniszugs: Die Gemeinde feiert 2026 ihr 800-jähriges Bestehen. So begegnen sich für einen Tag 100 Jahre Eisenbahngeschichte und 800 Jahre Dorfgeschichte.
Vom Schwerarbeiter zur Eisenbahnlegende
Als die Ce 6/8 III 14305 im Jahr 1926 ihren Dienst bei den SBB aufnahm, befand sich die Schweizer Eisenbahn in einer Phase des Wandels. Der Erste Weltkrieg und der damit verbundene Kohlemangel hatten die Elektrifizierung des Bahnnetzes beschleunigt. Bereits 1920 wurde der elektrische Betrieb auf der Gotthardstrecke schrittweise aufgenommen. Für die steilen Rampen am Gotthard brauchte es leistungsfähige elektrische Lokomotiven. Die Ce 6/8 III gehörte zu einer neuen Generation schwerer Güterzugslokomotiven. Ihre Konstruktion mit zwei beweglichen Vorbauten verlieh ihr jene unverwechselbare Form, die später zum Übernamen «Krokodil» führte.

Die Leistung war für ihre Zeit beeindruckend. Auf den steilen Bergstrecken konnten die Ce 6/8 III eine Anhängelast von 520 Tonnen mit 35 km/h befördern. Zum Vergleich: Die C 5/6, die grösste und stärkste Dampflokomotive der SBB, schaffte maximal 300 Tonnen mit 25 km/h.
Mehr als 30 Jahre am Gotthard
Die Ce 6/8 III 14305 gelangte nach ihrer Ablieferung ins Depot Erstfeld und stand während mehr als drei Jahrzehnten im harten Einsatz am Gotthard. Dort beförderten die «Krokodile» schwere Güterzüge über die Alpen. Ab den 1950er-Jahren wurden sie zunehmend von moderneren Lokomotiven wie der Ae 6/6 abgelöst. Ab 1960 war die Ce 6/8 III 14305 im Depot Basel stationiert und beförderte unter anderem Güterzüge ab den Rheinhäfen. 1979 wurde die Lok weitgehend in ihren Ursprungszustand zurückversetzt. Heute ist sie im Depot Olten beheimatet und wird von SBB Historic als rollender Zeitzeuge erhalten.
pd


